Geodätische Überwachung instabiler Hänge im Einzugsgebiet des Latyan-Staudamms mithilfe eines satellitengestützten geodätischen Kontrollnetzes und mehrzeitlicher GNSS-Beobachtungen
Die geodätische Überwachung instabiler Hänge ist von zentraler Bedeutung für die zuverlässige Quantifizierung von Bodenverformungen und die Bewertung der Infrastruktursicherheit in Gebirgsregionen. Diese Studie untersucht das räumlich-zeitliche Deformationsverhalten der Latyan-Rutschmasse im Norden Irans mithilfe eines satellitengestützten geodätischen Kontrollnetzes sowie mehrzeitlicher GNSS-Beobachtungen. Zur Bestimmung der horizontalen und vertikalen Verschiebungskomponenten sowie zur Bewertung der statistischen Zuverlässigkeit der Netzlösung wurde ein rigoroser Ausgleichungsansatz nach der Methode der kleinsten Quadrate angewendet. Die Ergebnisse zeigen ein deutliches räumliches Deformationsmuster, wobei die größten Verschiebungen an den Punkten L4, L3, L2 und L13 innerhalb des aktiven Rutschungsbereichs auftreten, während die geringsten Bewegungen an den Punkten G15, G11, L1, L10 und L16–L22 außerhalb der Deformationszone beobachtet werden. Die Varianz–Kovarianz-Analyse bestätigt die Robustheit und interne Konsistenz des ausgeglichenen Netzes und zeigt, dass die Deformationssignale in der aktiven Zone deutlich über dem Messrauschen liegen. Weiterhin zeigen die Ergebnisse, dass satellitengestützte geodätische Verfahren eine zuverlässige und effiziente Alternative zur klassischen terrestrischen Vermessung in komplexem und unzugänglichem Gelände darstellen. Die Studie bestätigt die Leistungsfähigkeit der Kombination aus geodätischer Netzausgleichung und Satellitenbeobachtungen zur präzisen Erfassung und Interpretation von Deformationsprozessen und unterstreicht deren Bedeutung für das Infrastrukturmonitoring und die Gefahrenbewertung in Staugebieten.