Evaluierung der Wellendämpfung an Korallenriffen mittels ESA Sea State CCI und SWOT-Interferometrie-Altimetrie
Korallenriffe gehören zu den fragilsten Ökosystemen der Erde. Sie spielen eine entscheidende Rolle als natürliche Barrieren gegen einlaufende Wellen, sind jedoch gleichzeitig durch klimawandelbedingte Prozesse wie Ozeanerwärmung, Ozeanversauerung, Meeresspiegelanstieg und veränderte Sturmmuster bedroht. Die Satellitenaltimetrie bietet die Möglichkeit, Korallenriffe auf globaler Ebene zu überwachen, obwohl Küstenumgebungen aufgrund von Einschränkungen bei der Signalverarbeitung wesentlich schwieriger zu beobachten sind als der offene Ozean.
In dieser Arbeit analysieren wir zu diesem Zweck zwei komplementäre Datenquellen. Erstens nutzen wir den Datensatz der ESA Sea State Climate Change Initiative (Sea State CCI), der auf einem herstellerübergreifenden, kreuzkalibrierten Archiv aus mehr als zwei Jahrzehnten Beobachtungen basiert und nach modernsten Standards verarbeitet wurde, um die Qualität und Abdeckung von Küstendaten zu verbessern. Zweitens untersuchen wir die Qualität der zweidimensionalen Beobachtungen der signifikanten Wellenhöhe der SWOT-Mission – der ersten Satellitenaltimetrie-Mission, die Swath-Interferometrie einsetzt.
Um den Mehrwert der SWOT-Beobachtungen zu bewerten, vergleichen wir sich zeitlich überschneidende SWOT- und Sentinel-6-Daten. Dies ermöglicht es uns, die Grenzen der herkömmlichen Along-Track-Altimetrie bei der Messung der Wellendämpfung über Korallenriffen sowie die potenziellen Gewinne im räumlichen Verständnis zu evaluieren, die durch die verbesserte Abdeckung der Swath-Interferometrie ermöglicht werden.
Gleichzeitig kann die Analyse von Langzeitaufzeichnungen aus dem ESA Sea State CCI-Datensatz weitere Einblicke darüber liefern, ob Veränderungen in der Ausdehnung und strukturellen Komplexität von Korallenriffen durch Variationen in ihrer Wirksamkeit bei der Wellendämpfung nachgewiesen werden können.