Detaillierte Szenarioanalysen für elektrische Verteilnetze: Wie Syna Prognosedaten für fundierte Netzausbauentscheidungen nutzt
Die Transformation des Energiesystems stellt Verteilnetzbetreiber vor neue Herausforderungen. Der zunehmende Ausbau erneuerbarer Energien, die Elektrifizierung von Wärme und Mobilität sowie veränderte Verbrauchsstrukturen führen zu einer steigenden Komplexität bei der Planung zukünftiger Netze. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit hinsichtlich der zeitlichen und räumlichen Entwicklung zukünftiger Lasten und Einspeisungen. Für eine wirtschaftliche und zukunftsorientierte Netzplanung gewinnen daher belastbare Prognosen und deren Integration in digitale Planungsprozesse zunehmend an Bedeutung.
Die Syna verfolgt hierfür einen datengetriebenen Ansatz, bei dem unterschiedliche Prognosedaten aus internen und externen Quellen zusammengeführt und für die langfristige Netzplanung nutzbar gemacht werden. Die Prognosen werden aufbereitet, regionalisiert und mit den vorhandenen Netzstrukturen verknüpft. Dadurch entsteht eine konsistente Datengrundlage, mit der sich zukünftige Entwicklungen auf unterschiedlichen Netzebenen analysieren lassen.
Ein wesentlicher Bestandteil dieses Ansatzes besteht darin, die aufbereiteten Prognosedaten automatisiert mit bestehenden Netzanschlussknoten und Netzmodellen zu verbinden. Auf dieser Basis werden mittels der Intelligent Grid Platform (IGP) von envelio Netzstudien für verschiedene Stützjahre erstellt. Die daraus resultierenden Szenarioanalysen ermöglichen eine systematische Bewertung möglicher Netzentwicklungen und unterstützen die Identifikation zukünftiger Engpässe und Ausbaubedarfe.
Der Beitrag gibt einen Überblick über den zugrunde liegenden Prozess – von der Bereitstellung und Aufbereitung der Prognosedaten über deren Verortung im Netz bis hin zur Durchführung großflächiger Netzstudien. Dabei wird aufgezeigt, wie digitale Plattformen dazu beitragen können, Prognosen effizient in bestehende Planungsprozesse zu integrieren und eine vergleichbare Betrachtung unterschiedlicher Zukunftsszenarien zu ermöglichen.
Der Beitrag richtet sich an Netzbetreiber, Planungsingenieure und GIS-Experten, die sich mit der Digitalisierung von Netzplanungsprozessen und der Verbindung von Geodaten, Prognosemodellen und Netzsimulationen beschäftigen.